Sind (Neujahrs)vorsätze sinnvoll?

Sind (Neujahrs)vorsätze sinnvoll?

Das Wort Vorsatz definiert sich laut Wörterbuch: „etwas, was sich jemand bewusst, entschlossen vorgenommen hat; feste Absicht; fester Entschluss“

Der Januar ist bekannt für gute Vorsätze. Viele haben welche oder zumindestens einen.

Da stehen so Klassiker wie:

„Ich mache nächstes Jahr mehr Sport.“

„Ich ernähre mich gesünder.“

„Ich mache mir weniger Stress.“

„Ich möchte abnehmen.“

im Raum. Kommt Dir das irgendwie bekannt vor? Startest auch Du ein neues Jahr mit Vorsätzen? Oder hast Du die Jahre vielleicht früher so gestartet? So richtig funktioniert hat es nie und deswegen machst Du den Quatsch nicht mehr mit?

Auch ich hatte selbstverständlich früher gute Vorsätze für das neue Jahr. Am Ende des Jahres habe ich mich nochmal so richtig hängen lassen und die „Freiheit“ genossen, aber ab 01.01 sollte alles anders werden.

Hat für mich tatsächlich nie funktioniert. Naja ein paar Stunden vielleicht…

Das es vielen anderen auch so geht, wie mir früher, sehe ich im Schwimmbad oder im Gym. Anfang Januar ist es rappelvoll. Schlangen an den Geräten, volle Laufbänder und im Schwimmbad kann man vor Menschen fast über das Wasser gehen.

Mitte Februar ist schon deutlich mehr Platz. Im März ist praktisch alles beim Alten. Eine Handvoll neue Gesichter sind geblieben.

Inzwischen habe ich das Geheimnis meines Scheiterns enttarnt und ihm den Schrecken genommen, ja würde sagen ihm direkt in den Arsch getreten.

Meine Erkenntnis möchte ich gern mir Dir teilen. Auf das Du beim nächsten Mal als Sieger vom Platz gehst!

Vorsätze vs. Ziele

Nehmen wir doch als Beispiel den sehr klassischen Vorsatz „Ich ernähre mich gesünder.“ Das ist ein undefinierter Wunsch. Ein Vorhaben was nicht genauer beschrieben ist. Es gibt keine Deadline. Kein wie funktioniert es genau. Kein was soll ich tun. Kein warum möchte ich das überhaupt. Es ist einfach ein daher gesprochener Satz.

Was unterscheidet den Vorsatz nun von einem Ziel?
Als Ziel würde das ganze viel exakter sein, viel verbindlicher, viel leichter zu verfolgen. Quasi eine Art Kochrezept für den Erfolg.

Ab 01. Januar stelle ich meine Ernährung um. Ich möchte dabei ein paar Kilo verlieren, aber noch wichtiger ist mir mich gesünder und leistungsfähiger ja rundum wohler zu fühlen. Dies setze ich schrittweise um. Bis Weihnachten möchte ich so die passende gesunde Ernährung für mich gefunden haben.

Ich beginne damit nur noch stilles Wasser und ungesüßte Tees zu trinken. Außerdem kaufe ich keine Süßigkeiten mehr auf Vorrat. Im Januar werden Weißmehlprodukte gegen Vollkornvarianten eingetauscht.

Im Februar fange ich an jeden Tag Gemüse zu essen. Ich legen mir eine Sammlung von tollen Salat- sowie Rezepten für Gemüsegerichte zu. Auch einen Smoothiemaker für grüne Smoothies wird gekauft.

Ab März reduziere ich meinen Milchproduktekonsum. Ich werden vermehrt auf Hülsenfrüchte setzen und ab und an Soja in meinen Speiseplan aufnehmen. Wenn es Milchprodukte gibt, dann achte ich auf Rohmilchqualität aus Weidehaltung.

So könnte man zum Beispiel ein großes Ziel in kleinere Teilziele untergliedern. Man weiß genau was auf einen zukommt, wann es auf einen zukommt und ganz wichtig warum man es überhaupt möchte.

Wer schreibt, der bleibt

Irgendwie ein merkwürdiger Ausspruch. Doch da ist echt was dran!

Was man am 31.12. gedacht hat, ist am 30.01. schon recht verwaschen und am 04.07. hat man nur noch eine vage Erinnerung.

Bei kleineren Dingen folge ich dem Tipp manchmal selber nicht. In dem Moment wo ich es mir vornehme, eine Info lese oder ich etwas tue ist mir ganz klar, dass ich es mir auf jeden Fall merken werde.

Eine Woche später stehe ich vor dem Tiefkühlschrank und habe keinen Dunst mehr in welcher Dose das richtige Futter für meine Hündin ist. Fröhliches raten und suchen beginnt. Ich sage es euch da sehe ich Nala neben mir lachen. Jedes Mal!
Oder ich höre etwas Tolles in einem Podcast. Finde es absolut logisch und bin der Meinung, dass man sowas logisches unmöglich vergessen kann. Tage später suche ich dann angenervt die gehörten Podcast Folgen durch um die Stelle wieder zu finden….

Irgendwie hoffe ich gerade ich stehe damit nicht allein da, sondern Du kennst jemanden dem es auch so geht. ?

Von 0 auf 100 und von 100 auf 0

Die ersten Tage der Vorsatzjagd ist man hochmotiviert. Ab ins Gym zum anmelden. Neue geile Trainingsklamotten kaufen. Sich einen fetzigen Trainingsplan erstellen lassen. Vor dem inneren Augen siehst Du Dich schon im Sommer. Die Badesachen sehen viel besser an Dir aus und Du stolzierst praktisch am Strand entlang. 

Du startest direkt mit dreimal Training die Woche. Isst nur noch Salat. Zählst eisern Deine Kalorien. Freust Dich in Woche zwei im Fitnessstudio schon erste Gesicher wieder zuerkennen und ihr grüßt euch mit erhobenen Kopf.

In der dritten Woche bist Du allerdings müde. Das ist alles ganz schon anstrengend. So erschöpft braucht man auch mehr Energie. Also gibt es nach dem Salat etwas Nachtisch. Und früh eben beim Bäcker so ein Happen für mehr Tagesenergie und zum wach werden. Und sowieso Du warst ja gestern im Gym, da geht das schon.

Puh dreimal die Woche Sport ist doch heftig. Du verpasst jetzt immer mal ein Treffen mit Freunden, was in Deiner Serie vor sich geht weißt Du auch nicht mehr so genau.

Etwas Ruhe tut Dir sicher gut, also geht es heute von Arbeit direkt mal auf die Couch. An so einem Ruhetag gönnst Du Dir mal was. Du hältst auf dem Heimweg beim Lieblingsitaliener und holst Dir diese super leckere Pizza. Ach wenn so ein gemütlicher Serienabend ansteht geht auch mal ein Eis. Das wird ein super Entspannungsabend und morgen geht es dann weiter!

Ehe Du Dich versiehst, bist Du ein passiver Sponsor des Fitnessstudios. Salat gibt es jetzt wieder deutlich seltener und die geilen neuen Trainingsklamotten rutschen im Kleiderschrank immer weiter nach unten.

Eine vollkommen typische von-0-auf-100-und-von-100-auf-0 Geschichte.

Das ganze Leben und viele Gewohnheiten von 0 auf 100 zu ändern ist meist der Anfang vom Ende. Es ist einfach too much, erfordert so abartig viel Disziplin, dass der Akku bald leer ist. Man fühlt sich wie ein Versager und versteht gar nicht warum das einfach nicht klappen will. Man gibt sich die Schuld und meint einfach nicht genug Disziplin zu haben.

Step by Step ohh Baby…

Stell Dir nun mal folgendes Szenario vor.

Du bist richtig hoch motiviert. Endlich ist der 1. Januar. Du willst ins Gym und loslegen mit trainieren. Du scharrst mit den Hufen shoppen zu gehen und dieses neue hammer Trainingsoutfit zu kaufen. Du freust Dich wie Bolle auf den Sommer, denn dieses Jahr bist Du richtig happy mit Deiner Strandfigur.

Letztes Jahr bist Du es falsch angegangen. Alles auf einmal war Bullshit. Du bist wieder da und Du hast einen Plan!

Du zügelst also dieses Jahr die ganze Motivation und setzt es langsam um. Du hast Dir bereits Deine Teilziele bis Juli aufgeschrieben. Boar wie Du Bock hast das Ding zu rocken.

Nach etwas Recherche bestellst Du Dir die neuesten und schicksten Hightech Trainingsklamotten. Die Lieferung kannst Du kaum erwarten.

Diesmal geht es gemächlicher los, das ist gar nicht so einfach. Du sprühst vor Energie, die ganze Zeit das erreichte Ziel vor Augen. Erstmal ein Training die Woche. Langsam reinfinden und es in die Freizeit integrieren. Du parkst nun freiwillig viel weiter weg vom Büro und läufst ein paar Schritte mehr. Es gibt täglich etwas Grünes zum essen. Mal einen kleineren Salat mal einen Smoothie. Da passt dann gar nicht mehr so viel von dem Rest rein. Super!

Ende Januar gehört die Stunde Fitnessstudio schon fest zur Wochenplanung und wenn es mal nichts Frisches zu essen gibt vermisst Du es direkt. Das macht Spaß! Irgendwie sieht der Bauch auch schon etwas fester aus. Yeah!

Im Februar beschließt Du dem Sport noch mehr Raum zu geben. Du sprichst mit einem Fitnesstrainer. Der erstellt Dir ein Workout das genau zu Dir passt und so richtig krass Spaß macht. Weil die schon etwas lockerer sitzende Hose so motiviert, beschließt Du nun den Süßigkeiten auf die Pelle zu rücken. Es wird nicht mehr auf Vorrat gekauft, sondern nur noch, wenn Du einen richtige Jieper hast.

Und so ziehst Du die Monate gnadenlos durch. Machst einen Schritt nach dem anderen. Gibst jeder Veränderung Zeit eine waschechte Gewohnheit zu werden. Erst wenn eine Veränderung nicht mehr Anstrengend ist geht es weiter mit der Nächsten.

Das läuft wie Sau! Inzwischen ist die lockere Hose dauerhaft im Schrank verschwunden, die sieht einfach nur noch schlackrig an Dir aus. Im Büro nimmst Du die Treppe und bist lächelnd vor dem Fahrstuhl da. Deine Kollegen und Freunde schauen etwas neidig auf Deine Fortschritte. Du genießt das natürlich in vollen Zügen! Verdammt, warum hast Du das nicht letztes Jahr schon schon gemacht?

Kurz & Knapp

  • Schreibe Dir Deine Ziele zunächst auf
  • Unterteile die Ziele in kleinere, recht schnell erreichbare Unterziele
  • lege Belohnungen für das Erreichen fest (ins Kino gehen, eine Massage…)
  • setze einen Termin für die Teilziele und natürlich für das große Ziel an
  • falls ein Ziel mal nicht zum gewünschten Zeitpunkt erreicht ist: That’s life! Korrigiere den Plan einfach.
  • Träume Dich regelmäßig in Dein Ziel herein. Wie wird es sich anfühlen, wenn Du den letzten großen Haken machen kannst?
  • Suche Dir Unterstützung, wenn Du den Alleingang scheust
  • Lege direkt los!

Du bist nicht allein!

Wenn Du Bock hast Deine eigene Erfolgsstory zu schreiben aber nicht allein daran arbeiten möchtest such Dir Verbündete.

Vielleicht kannst Du einen Freund oder eine Freundin mit auf die Reise nehmen?

Vielleicht findest Du in der städtischen Facebook Gruppe Mitstreiter oder in der Facebook Gruppe Deines zukünftigen Fitnessstudios.

Suche Dir einen Personal Trainer der Dich unterstützt.

Und wenn das alles nicht das richtig ist, dann bin ich ja noch da. 🙂

Challenge Roth 2019 – Sprachlos

Challenge Roth 2019 – Sprachlos

Der erste Marathon? Der Hammer.

Der Berlin Marahon? Ein Traum.

Der Two Oceans? Eine unfassbar tolle Erfahrung.

Challenge Roth? Mir fehlen die Worte.

Ich gebe wirklich mein Bestes Dich in den nächsten Minuten mit auf meine Reise zu nehmen. Meine Reise durch die erste Langdistanz.

Wassertest

Samstag. Mein Handy ist 05:30 Uhr putzmunter. Ich noch nicht. Dennoch freue ich mich aufs Aufstehen. Es geht zum Testschwimmen im Kanal. Der morgigen Wettkampfstrecke.

Scheinbar haben viele Athleten einen frechen Wecker. Der Schwimmeinstieg wimmelt vor Gestalten im Neoprenanzug. Dank der schwarzen, wärmenden Pelle finde ich es nicht unangenehm um 06:30 Uhr schwimmen zu gehen. Im Gegenteil. Das Wasser fühlt sich gut an. Die Menschen hier sind voller Vorfreude und mein Testkilometer läuft super. Perfekter Tagesstart!

Wieder in trockenen Sachen lasse ich den Blick nochmal über das Wasser schweifen. Morgen bin ich wieder hier. Dann stehen 3,8km an. Soweit schwimmen wie noch nie.

Startunterlagen

Meine ersten Schritte auf dem Veranstaltungsgelände. Ich fühle mich wie ein Kind auf dem Rummel. Überall Stände, strahlende Menschen und rosa Frauen.

Rosa Frauen? In wenigen Minuten startet der Challenge Women Run. Die Laufshirts leuchten im kräftigen pink. Manche Mädels sehen fokussiert aus, anderen sieht man den reinen Spaß an. Go Ladys und habt Spaß.

Während die pinke Schaar auf der Strecke ist zieht es mich ins Zelt zu den Startunterlagen.

Supporter: „Haben Sie Ihren Chip dabei?“

Ich: „Äh, natürlich nicht.“

Den Zeitmesschip habe ich wohlbehütet daheim gelassen, so kommt er wenigstens nicht weg…. Eben einen gemietet und schon geht’s mit dem schweren Startbeutel raus.

Am Ausgang sehe ich sie schon. Sie strahlt mich an. Ich strahle zurück. Morgen sehen wir uns Baby und Du wirst mir um den Hals fallen. Es ist die Finisher Medaille. Eine Schönheit!

Nun habe ich ganz offiziell die Startnummer in der Hand. Es wird real! Meine erste Langdistanz startet in weniger als 24h. Freude oder Panik? Ich weiß es noch nicht.

Das Kind kommt wieder in mir durch und ich falle über den Starterbeutel her. Beim Ironman ist dieser Übersichtlich: ein Umschlag mit Startnummern. Punkt.

Hier fördere ich einiges zu Tage. Eine Mini Blackroll mit Challenge Logo. Aahhh, wie toll. Ein Basecap. Eine Dose Redbull. …… Und ein Bleistift mit passendem Spitzer. Über sowas freue ich mich. Wäre ein Block dabei gewesen hätte ich wahrscheinlich angefangen  zu zeichnen.

Bis morgen Baby

Die Challenge Messe ist riesig. Ich befürchte hier etwas Zeit zu brauchen um auch in Ruhe mit mir diskutieren zu können ob ich das drölftausendste T-Shirt brauche. Daher fahre ich kurzentschlossen jetzt schon zum Bike-Check-In.

Triathleten sind meist etwas komisch mit ihren Rädern. Ich natürlich auch. So fällt es mir immer schwer meine kleine Flitzpiepe allein zurück zu lassen. Allein mit einigen hundert Artgenossen. Was da wohl Nachts los ist?

Egal. Auf dem Parkplatz bereite ich alles vor. Die Startnummern ans Bike und auf den Helm. Die Tüte für den Wechsel vom Rad aufs Laufen vorbereiten.

Beim Check-In wird kurz alles auf seine Richtigkeit geprüft. Dann stehe ich im Wechselgarten. Kurze orientieren. Schon mal den Weg einprägen. Nach dem Schwimmen wäre es von Vorteil nicht sooo lange über den Platz zu hirschen und mein Canyon zu suchen.

Pffff. Pfffffffff. Pffffffffffffffft. Pft. Pft. Das Geräusch von aufgedrehten Ventilen ist überall. Es ist kurz nach Mittag und richtig heiß. Die Luft wird von den Reifen gelassen um zu vermeiden, dass die Schläuche platzen. Pft. Pffft. Pfffffft.

Mein Schnutzi ist eingeparkt. Der Helm leistet ihm Gesellschaft. Die Reifen sind auf Hitze vorbereitet. Also geht’s weiter. Die Abgabe des Laufbeutels. Ich drücke den blauen Sack einem Helfer in die Hand. Da fliegt er schon auf den LKW. Schei….beinhonig! Noch bevor der Beutel in der blauen Menge aufschlägt überkommt es mich siedend heiß. DAS VERDAMMTE GEL!

Meine gut vorgeplante Laufverpflegung liegt noch im Auto und summt gemütlich vor sich hin. Geil ist anders. Blöder wäre es erst morgen beim Laufen festzustellen. Nun muss es auf dem Rad eben dabei sein.

Die Jackenfalle

Schließt kurz die Augen. Moment. Macht keinen Sinn könnt ihr ja nicht mehr lesen. Also stellt euch vor: ihr steht auf einer Wiese, genau in der Mitte. Ihr dreht euch um 360°. Das war die Messe beim Ironman 70.3 im Kraichgau.

Hier in Roth sieht das etwas anders aus. Erinnert mich eher an die Marathon Messe in Berlin oder Kapstadt. Gefährlich!

Ich komme genau zwei Stände weit. Aber das brauchte ich! Ehrlich! Aktiv Hautmilch von aktiv3. Ist wie eine Mischung aus Dove und Pferdesalbe. Morgen Abend werde ich das frische Gefühl lieben. Und die Wundersalbe wird mir natürlich ermöglichen Montagmorgen pfeifend aus dem Bett zu hüpfen…

Eine Jacke, ein paar Schuhe und einige Proteinriegel später habe ich fertig. Alles gesehen. Dinge gekauft die ich nicht brauchte. Aber schön sind sie. Eine Jacke mehr im Kleiderschrank. Habe ja erst 47. Und das 11. Paar Laufschuhe. Naja man gönnt ja den Füßen gern etwas Abwechslung. Aber ohne Mist. Die sind geil, oder? ODER?

Zum Glück steht das Athleten Briefing an bevor ich noch etwas dringend brauche…

Der Abend davor

Ich bin… Ja so richtig weiß ich das gar nicht. Vorfreude? Aufregung? Relaxt? Müde? Wahrscheinlich ein Mix aus allem.

Beim Abendessen sind wir alle zusammen. Ich freue mich so sehr, hier mit so geilen Menschen am Tisch zu sitzen. Menschen die mir die letzten 12 Monate erleichtert haben. Menschen die mich auf dem Weg nach Roth unterstützt haben. Menschen ohne die ich jetzt nicht hier wäre.

Ich könnte nicht dankbarer sein!

Es wird gemümmelt, geredet und gelacht. Schade das die Zeit so schnell vergeht. Das könnte ich noch eine Weile aushalten. Müdigkeit macht sich breit. Der Wecker wird morgen um 03:30 Uhr fröhlich den neuen Tag begrüßen. Zeit fürs Bett. Als wenn man wirklich schlafen könnte. ?

Raceday!

03:23 Uhr. Ich bin wach. Putzmunter. Unter uns höre ich die Küche wie sie für die Athleten das Frühstück zaubert.

Wie ich mich fühle? In nicht mal 4h bin ich auf meiner ersten Langdistanz unterwegs. Ich fühle mich großartig!

Beim Essen bin ich eigen. Also schwebe ich mit meiner eigenen Schüssel und Verpflegung in den Frühstücksraum.

Unterwegs treffe ich einen anderen Athleten:

Er: „Was hast Du für ein Ziel heute?“

Ich: „Ist meine erste Langdistanz. Wenn eine 12 vorne steht bin ich zufrieden. Und Du?“

Er: „Ich gehe die sub 10 an.“

Ich: „Oh machst Du schon länger.“

Er: „Ist meine Zweite.“

Leck mich am Ar…..m. Ich wünsche ihm viel Erfolg und schnelle Beine. Fauler Sack will nur nicht so lange arbeiten. 😀

Im Wechselgarten

Wie man ein Luftpumpengeräusch schreibt weiß ich nicht. Doch man hört es überall. Hat man eine Luftpumpe in der Hand ist man gerade sehr gefragt. Mein Coach und die Jungs aus der Staffel tauchen an meinem Rad auf. Großartig! Viel schöner als hier allein zu sein.

Das Rad ist ready. Das Gel fürs Laufen am Bike verstaut. Der Beutel für den Wechsel vom Schwimmen auf das Rad abgegeben. Nochmal schaue ich mir den Laufweg an. Hinter dem ersten Baum links. Nach der zweiten Mülltonne rechts. Das sollte ich finden.

Spontan entschließt sich der Himmel seine Schleusen zu öffnen. Nass werden möchte man vorher nicht. Es sind um die 16 Grad und noch über eine Stunde Zeit. Dementsprechend kuschelig und gesellig wird es unter den wenigen Bäumen. Mein Coach und die Staffler immer noch bei mir. Die Zeit rennt. Die Vorfreude steigt. Die Nervosität auch. Ich laufe heute einen Marathon. Jedoch wasche ich mich erst 3,8km lang und wärme mich dann auf der 180km Radstrecke auf. Verrückt!

Unter dem Baum treffe ich Sammysfrauchen. Im richtigen Leben hört sie auf den Namen Carina. Wir kennen und von Instagram. Finde es schön sie hier persönlich kennen zulernen.

Es wird Zeit! Ein paar wohltuende Umarmungen und mit den Worten meines Trainers im Ohr gehe ich mit Carina zum Schwimmstart.

Keine fünf Minuten mehr. Quatschend schieben wir uns immer weiter Richtung Wasser voran. Ein kurzer Blick. Die Brücken sind voller Menschen. Die Ufer sind voller Menschen. Der Wahnsinn!

Der Moderator schickt eine Startwelle nach der anderen in den Kanal. Helfer stehen am Rad und klatschen mit uns Athleten ab. Mir schießen die Tränen in die Augen. Carina auch. Kurz liegen wir uns in den Armen. Dann geht es los. Die Reise auf meine erste Langdistanz. 226km wollen erlebt werden.

Der Kanal ist voll

Meine Startwelle schwimmt zur Startlinie im Wasser. Ich gebe mir Mühe nicht weiter zu heulen. Keiner will Wasser in der Schwimmbrille! Da fange ich langsam an zu Grinsen. Auch nicht so dolle im Wasser. Gar nicht so einfach mit den Emotionen hier!

PENG! Es geht los. Fokussiert gehe ich meinen Schwimmablauf durch. 1-1, 1-2, 1-3, 1-4, 1-5, gucken, 1-1, 1-2, 1-3, 1-4, 1-5, 1-6, gucken. Im Training habe ich mir einen Rhythmus angewöhnt. So halte ich meine Geschwindigkeit unter Kontrolle. Das Zählen hilft mir meinen Kopf nicht abschweifen zu lassen.

Das Rennen hat für mich acht Abschnitte. Ich befinde mich auf dem Ersten. Der Teil bis zu Wendeboje vergeht echt zügig. Es wird immer mal etwas rau im Wasser doch ich bin die Ruhe in Person. Das Freiwassertraining der letzten fünf Wochen zahlt aus.

Der Rückweg nach 1,9km. Das ist nun schon Abschnitt zwei. Ich fühle wie sich langsam die Badekappe vom Kopf löst. Will die sich echt aus dem Staub machen? Ich überlege ob ich sie einfach ziehen lasse. Aber mit einer Challenge Roth Badekappe im Freibad macht auch was her… Ein Griff und ich rette das Teil vor der Einsamkeit. Kurzerhand stopfe ich es in meinen Neo. Nun habe ich etwas 2 Liter Wasser im Neo und eine Badekappe. Trägt nicht zur Geschwindigkeitserhöhung bei. Dafür klatschen mir die Haare vor die Augen und der Blick in die Ferne ist dahin. Gut das ich nicht allein schwimme so sind genug Füße zur Orientierung vor mir.

Der erste Wechsel geht flux. Neo aus. Helm auf. Schuhe an. Gel rein. Helfer packt mir die Tasche und los. Erster Baum links, zweite Mülltonne rechts. Hallo Hase! Lass uns spielen gehen. <3

Ich höre meinen Namen. Sehe vereinzelt bekannte Gesichter. Es ist geil. Es macht Spaß!

Radparty

Auf der Radstrecke wird mein breites Grinsen noch breiter. Hab Spaß haben sie gesagt. Ich hatte es im Vorfeld angezweifelt. Doch nun liege ich hier im Wind und haben Spaß. Verdammte Scheiße und wie!

So richtig weit komme ich nicht. An der zweiten Verpflegunsstation entdecke ich ein blaues Häuschen. Wie ich mich freue. Als ich vom Rad hüpfe sind schon Helfer da und nehmen mein Arbeitspony in Empfang. Ich habe wohl mehr vom Kanal mitgenommen als mir lieb ist. Deutlicher leichter und entspannter eile ich wieder zum Rad. Schon mal einen nassen Strampelanzug angezogen?  Herausfordernd! Doch auch hier waren sofort ein paar helfende Hände welche mich zurück in den Trisuit stopften. Weiter geht’s!

Ich liebe das Geräusch der Reifen auf dem Asphalt. Das monotone surren des Freilaufs. Des Freilaufs? Bei mir hört man das Geräusch nicht. Entweder es geht bergauf oder es gibt eine Party bergab. An welcher Stelle da ein Freilauf Zeit hat ist mir ein Rätsel. 

Wieder wird die Radparty jäh unterbrochen. Mein Magen krampft sich schmerzhaft zusammen. Die Aeroposition tut einfach nur weg. Sehnsüchtig halte ich Ausschau nach einem stillen Örtchen. Wieder nimmt mir ein Helfer mein Radl ab. Diesmal kann ich mich allein anziehen. Der Anzug ist trocken.

Dieses Spiel spiele ich bis km 140. Der Magen ist nun endlich leer. Meine Verpflegung habe ich weiter genommen. Ich bin mir zu 100% sicher, dass es nicht an ihr liegt. Dennoch steige ich kurzerhand um. Für die letzten 40km werden mir Bananen über die Strecke helfen.

Doch es gab nicht nur Dixiebesichtigungen auf der Radstrecke. Es gab Regen. Ordentlich Gegenwind. Einen einsamen vor sich hin tanzenden Supporter auf einem einsamen Feldweg. Dörfer und Ortschaften auf dem Weg, welche uns Athleten durch die Straßen schrien.

Und es gab den Solarer Berg. Leute egal wie bildhaft ich es beschreibe, egal wie lebhaft ihr es euch vorstellt. Es wird nicht annähernd an das Erlebnis kommen wie es ist als Athlet durch diese Menschenmasse zu fahren.

Ich versuche es:

Nur noch eine Kurve. Dann ist er da. Das Hightlight. Der Berg von dem ich so viele Videos gesehen habe. Der Berg den ich vor Wochen im Berufsverkehr mit zig Autos im Nacken nach oben gestrampelt bin. Der Moment auf den ich mich so gefreut habe.

Nach der Kurve sehe ich einen Trichter. Menschenmassen links und rechts. Der Trichter endet in einer Gasse. Eine Gasse durch die kein Kinderwagen passen würde.

Schon beim Schreiben schießen mir wieder die Tränen in die Augen, die Gänsehaut ist wieder da und die Mundwinkel ziehen sich langsam zu den Ohren.

Ich tauche ein. Ich genieße. Ich grinse und lache. Ich sauge jede Sekunde, jeden Meter auf. Die Menschen schreien uns den Berg hoch. Sie trommeln mir ihren Klatschtstangen auf mir herum. Sie jubeln. Sie feiern uns. Für wenige Sekunden am Solarer Berg fühlt man sich wie der Nabel der Welt. Allein für diesen Augenblick hat sich alles gelohnt!

Es ist für mich ein Magic Moment. Ein Moment den man sein Leben lang nicht mehr vergisst.

Mit diesem irren Gefühl in den Knochen entdecke ich einige Kilometer später bekannte Gesichter am Rand. Mein Trainer. Meine Mam. Freunde auf beiden Seiten. Es ist geil hier! Hab ich das schon erwähnt?

Jede Party geht einmal zu Ende. Ich hatte einen Wunsch für die Challenge Roth. Den Radsplit unter 6 Stunden. Mein Garmin hat die Entleerungspausen nicht aufgezeichnet und sagt mir: Du hättest es geschafft! Inoffiziell bin ich damit sehr glücklich.

Nur noch ein Marathönchen

In der zweiten Wechselzone gebe ich meinen treuen Begleiter in liebevolle Supporterhände. Schnappe mir eben noch mein Gel fürs Laufen und steuere auf die Beutel zu. Ein süßer Dreikäsehoch ruft uns zu: „Dreht die Startnummern nach vorn, dann können wir euch helfen.“ Noch bevor die Startnummer richtig auf meiner Front prangt. Steht eine junge Dame vor mir. Mit meinem Beutel! Vermutlich haben die Supporter hier alle ein Seminar in Hellsehen belegt. Beherzt schnappt sie mich am Arm und geleitet mich ins Wechselzelt.

Kennt ihr noch die Miniplayback Show mit der Zauberkugel? So ähnlich läuft das hier. Bevor ich begreife was geschieht stehe ich mit Sonnenbrille und Laufschuhen vor dem Ausgang. Und mir wird fröhlich nach geflöhtet: „Jetzt nur noch ein Marathönchen.“ Habe ich mir die Schuhe selbst angezogen?

Auf dem Weg zur Laufstrecke schnappe ich mir noch ein Stück Banane. Fröhlich kauend passiere ich erneut meine treue Supporterbande. Mein Trainer strahlt. Verstehe ich. Ich strahle ja auch. Wer hätte gedacht, dass ich mich nach dem planschen und der Fahrradtour aufs Laufen freuen würde.

Die Beine fühlen sich super an. Jetzt heißt es schnell den Rhythmus finden. Nach nicht mal einem Kilometer habe ich die Beine im Griff. Danke für die vielen Koppeleinheiten Coach Andi!

Ihr erinnert euch an die acht Abschnitte in die ich das Rennen für mich unterteilt habe? Schwimmen waren zwei und Rad waren zwei. Nun laufe ich vier mal 10km und den Rest sehe ich als Zielgerade. 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, 10, 9……. so vergehen die Kilometer. Mein Anspruch für den Marathon: nicht gehen!

Die Strecke führt schnurgerade am Kanal entlang. Mich persönlich stört sowas überhaupt nicht. Ich kann da prima in einen Tunnel eintauchen. Was mich stört ist der Gegenwind. Immer wieder suche ich mir Läufer die etwa meine Pace rennen und verstecke mich hinter ihnen. Ja, ich bin faul. Na und! Meine Taktik geht auf. Ab der nächsten Wendeschleife gibt es Rückenwind und ich laufe wieder allein weiter. Die armen Schweine die mir gerade entgegen kommen!

Immer wieder gibt es Spots wo Zuschaue sitzen und anfeuern. „Ich bin nur hier, weil ich Dich laufen sehen wollte.“ Der junge Bursche bringt mich zum lachen und lacht dann gleich mit.

So vergeht Kilometer für Kilometer. Ich laufe und laufe. An den Verpflegungsstellen steige ich auf zügigen Walkingschritt um. Wasser. Gel. Wasser. Und go!

Mein Magen ist komplett ruhig. Um die acht Gels mache ich auf dem Marathon weg. Nix. Magen ruhig. Die Umstellung auf Natur war goldrichtig. Versorge mich mit Aerobee. Ein Honiggel. Nie wieder etwas anderes!

Ab km 30 geht der Spaß erst richtig los. Es wird hügelig! Ein Vereinskamerad läuft locker flockig bergan an mir vorbei. „Genieß es!“ ruft er. „Leck mich am… „ entfleucht es mir. Sorry Danny! Bergauf bei Kilometer 30 ist der Spaßfaktor doch ein klein wenig gesunken.

Etwas später wieder bekannte Gesichter. Einer meiner Supporter läuft kurz mit. Erzählt mir was mich noch erwartet und wie gut es für mich läuft. Das gibt Kraft!

Noch ein paar Meter später. Der Mamarazzie an der Strecke.

Die letzten 12 Kilometer sind dann genauso wie erwartet. Es tut weh und ich muss etwas beißen. Doch ich gehe nicht. Nein. Ich laufe das Ding durch!

800 Meter. 700 Meter. 600 Meter. Ich zähle. Die Meter ziehen sich. Dann sehe ich Ihn. Den Einlauf in das Stadion. Als ich den Torbogen passiere tut nix mehr weh. Mein Coach Andreas ruft mir über beide Ohren strahlend Glückwünsche zu. Mein Mam grinst im Kreis. Ich grinse im Kreis. Ich lasse mich feiern. Ist das geil. Von den Tribünen werde ich bejubelt. Zwei Ecken weiter das nächsten bekannte Gesicht. Ich bestehe ich diesen Sekunden aus 100% purem Glück.

Als ich über die Ziellinie laufe bin ich glücklich und abartig stolz. Das Geilste was ich bis jetzt erleben durfte!

Ich sehe Dich vor mir. Sehe wie stolz Du zu mir schaust mein Engel. Sehe wie Du Dein Versprechen einlöst: Du kniest nieder und verneigst Dich. Die Challenge Roth bin ich nicht für Dich gelaufen, ich bin sie mit Dir gelaufen. <3 #jst4uSven

Ein dickes Danke

Danke an meinen tollen Coach Andreas Wind. Ohne Dich hätte ich die Medaille jetzt nicht um den Hals.

Danke an meine Eltern. Ohne euch wären die Trainingsumfänge mit meinen drei Hunden nicht möglich gewesen.

Danke an die Supporter, besser Freunde, aus dem Fuerte Trainingslager. Ohne euch hätte ich den Startplatz nicht. Ohne euch wäre das vergangene Jahr noch schwerer gewesen. Ohne euch hätte ich weniger gelacht. Ohne euch wäre das hier nicht so eine geile Nummer geworden.

Danke an Aerobee. Ohne euren geilen Support hätte ich nicht gewusst wieviel Gel in die Radflasche passt. ?

Danke an die unzähligen Mitfieberer und gedrückten Daumen an dem großen Tag von daheim. Ihr seid großartig!

Airport Night Run Berlin – Versprochen

Airport Night Run Berlin – Versprochen

Rückblick – Berlin 14.04.2018

Die Sonne scheint als Sven, ich und zwei Freunde in Berlin eintreffen. Wir wollen den Airport Night Run beschreiten. Wir haben ein tolles befreundetes Paar vor Ort, was für uns die Laufunterlagen schon abgeholt hat. So können wir uns vor der Fahrt zum Airport noch gemütlich bei einem Kaffee auf der Terrasse zusammensetzen. Und wie es so ist entstehen bei solchen Zusammenkünften immer die besten Ideen. Die Zwei sind selbst noch Laufeinsteiger aber nächstes Jahr wollen sie mit uns Laufen. Check! Sechs Hände schlagen ein.

Rückblick – Taucha irgendwann im April 2018

Wie so oft sitzen wir mit meinen Eltern zusammen und labern vor uns hin. Und wie so oft kommt auch das Thema Sport auf den Tisch. Sven ist ja generell ein Motivator und steckt gerne andere mit seiner Begeisterung an. So auch in diesen Stunden. Das Ganze endet mit dem Versprechen meiner Mutter auch eines Tages in Berlin beim Airport Night Run die 10km zu laufen.

Rückblick – Taucha im August 2018

Einer der zwei tief schwärzesten Tage in meine Leben geht Gott Sei Dank dem Ende zu. Wir haben Sven heute verabschiedet. Man unterhält sich, schwelgt in Erinnerungen. Was man nicht alles gemeinsam erlebt hat und was alles noch geplant war. Da ist er, der Gedanke an den Airport Night Run! Wenige Tage später kommen die Zusagen bei mir an und die Anmeldebestätigungen. Ich freue mich. Wir halten zusammen und laufen in Erinnerung an meinen Schatz!

Taucha – 13. April 2019

Drei Läufer packen ihre Sachen ins Auto und sind bereit für den Lauf in Berlin. Drei Läufer die alle etwas zum Ningeln hätten und dennoch die Reise antreten.

Frank kämpft mit einer länger anhaltenden Verletzung und ist nicht 100% fit.

Meine Mam hatte den Tag davor einen Asthmaanfall den wir am Abend im Notfallcenter behandeln lassen musste.

Ich? Ja, ich laufe ja nach 6 Monaten Zwangspause wieder und bin ganz froh über den Test, auch wenn es immer etwas bitter ist nicht richtig fit an der Startlinie zu stehen. Und sich bewusst zu sein, dass man auch eventuell abbrechen muss.

Das Wetter ist eine mittelschwere Katastrophe und dementsprechend demotivierend. Ar…kalt um die 5 Grad, Wolken, Wind und immer mal ein paar Tropfen. Bähh! Aber erstmal los.

 

Berlin – vor dem Lauf

Nach einer sehr gemütlichen Fahrt kommen wir gesund und munter auf dem Flughafen an. Bewundern, dass dort mal wieder gebaut wird und philosophieren darüber ob hier jemals Flieger abheben oder ob wir Läufer dort alle Jahre wieder das Vergnügen zu haben über die Landebahn zu huschen. Ich mag ja, dass es auf dem Flughafen nie Probleme mit dem Parken gibt. 😀

Wir schauen uns in Ruhe um und stellen etwas enttäuscht fest, dass es recht wenig Stände gibt wo man sinnlos das drölftausendste Laufshirt kaufen kann. Einfach nur weil man diese Nuance des Rots noch nicht im Schrank hat…..

Unsere Berliner Freunde treffen schließlich mit den ganzen Laufunterlagen ein. Man freut sich über das Wiedersehen! <3

Nun das übliche Vorbereiten. Umziehen, Startnummer anbringen, 30 Minuten am Dixi anstehen…. Ihr kennt das.

Der Airport Night Run

Der Start und die Aufteilung in die Blöcke ist dann etwas hektisch. Haben wir doch etwas zu viel gebummelt. Man wünscht sich noch eben Glück, Spaß und gute Beine und schon sind auch alle in den Massen verschwunden.

Ich stehe im B2 da ich geplant hatte was um die 47 Minuten zu laufen. Realistisch ist die Zielsetzung jedoch Sub 60 Minuten und schauen ob die Freundschaft zwischen meinem Muskel und mir weiter stabil ist. Im Startblock stehen kann man aber so schon gar nicht sagen, denn als ich mich einfinde geht es auch direkt los.

Ich denke an Sven. Vor einem Jahr stand er vor mir. Vor zwei Jahren neben mir. Scheiße! Ein paar Tränen. Du bist da ich weiß. Also laufen wir los. Zusammen. Wie immer.

Die Pace habe ich die ganze Zeit im Blick, ich neige generell dazu zügig zu starten. 5:50 fühlt sich gut an. Dann geht sicher auch 5:45. Jap, dass passt. Bei Kilometer fünf beschließe ich einen kleinen Steigerungslauf. Also ab jetzt soll jeder Kilometer schneller werden. Einfach mal schauen ob sie hält, die Freundschaft zwischen meinem Körper und mir.

Die Zeit vergeht wie Sau. Meine Gedanken sind ganz oft bei meiner Mam und ich bitte das Universum ihr beizustehen, dass sie ihren ersten 10er gesund und ohne Probleme finishen kann.

Bei Kilometer achte hebt er den Finger, der Muskel. Er sagt: „Hallo ich bin hier und muss echt arbeiten. Wenn Du mich pflegst und belohnst bin ich gern für Dich da.“ Den Deal nehme ich an. Versprochen!

Also habe ich jetzt dieses dümmliche Läufergrinsen im Gesicht, wenn man nach 6 Monaten die Handbremse löst und rollen lässt. Danke Muskel, ich hab Dich lieb!
Sven sehe ich praktisch lachend neben mir her joggen. Angeber! <3

Im Ziel

Selten war ich so glücklich über einen 10 Kilometerlauf. Ein Läufer der wieder läuft.

Zwei sind schon im Ziel. Unser Einsteiger mit echt tollen 52 Minuten. Respekt!

Ich krame das Handy raus und schaue wo meine Mam steckt. Es dauert etwas bis ich brauchbare Daten habe. Doch dann die Erleichterung: Sie läuft! Also wird Sie das erste Mal 10 Kilometer laufen. Ich bin so glücklich und stolz.

Schnell wird uns allen kalt. Wir machen eben noch ein Gruppenfoto und verabreden uns für 2020. Man munkelt es soll der letzte Berlin Airport Night Run werden. Da sind wir natürlich auf jeden Fall dabei und verabschieden das außergewöhnliche Event. Auf die Freundschaft!

Wunschstartnummer aus unseren Zahlen <3

 

Fasten – macht Verzicht uns stärker?

Fasten – macht Verzicht uns stärker?

Die sogenannten Zivilisationskrankheiten sind allgegenwärtig und gefühlt von vielen schon akzeptiert. Bluthochdruck und Diabetes ist doch inzwischen in fast jeder Familie zu finden. Selten hinterfragt meist mit Medikamenten im Zaum gehalten. Warum sind viele Menschen so einfach zufrieden zu stellen? Warum wollen es so wenige genauer wissen? Bequemlichkeit, weil man etwas in seinem Leben ändern müsste? Oder (zu großes) Vertrauen in unsere Ärzte?

Krebs ist eine furchtbare Krankheit unserer Zeit. Inzwischen hat doch fast jeder schon mal irgendwie Kontakt mit dieser Krankheit gehabt. Freunde, Familie oder Bekannte einen Betroffenen kennen die Meisten.

Es gibt viele interessante Ansätze und Studien um diversen Krankheitsbildern zu Leibe zu rücken oder die Beschwerden zu mindern. Die Ernährung ist in meinen Augen einer der wichtigsten Punkte für unsere Gesundheit. Leider von vielen sträflich missachtet.

Ich kann das im Ansatz verstehen, denn ich mag auch Kekse, Schoki und Gummibärchen. Doch am Ende des Tages bin ich mit dann doch wichtiger als die übertriebene Gaumenfreude.

Rheuma, Asthma auch Krankheiten die man mit einer gesunden Ernährung zumindest lindern kann.

Doch manchmal hilft uns sogar gar nichts zu Essen im Kampf für unsere Gesundheit. Sehe ich gerade ein Kopfschütteln und große Augen? Ich esse auch sehr gern, also kann ich das verstehen. Doch schaut euch mal die folgende Reportage zum Thema Fasten an. Extrem spannend.

Wer schon mal eine kleine Entgiftungskur mit wenig Essen gemacht hat, kennt das Gefühl welches sich nach ein paar Tagen einstellt. Man fühlt sich fit und energiegeladen.

Macht euch noch schnell einen Tee, denn das ganze geht knapp eine Stunde. Ich verspreche euch die ist gut investiert!

 

 

Das Leben ist Veränderung

Das Leben ist Veränderung

Nichts ist so beständig wie der Wandel. (Heraklit von Ephesus)

Manchmal sind Veränderungen etwas Gutes, manchmal sind Veränderungen ein harter Einschnitt ins Leben. Doch was tun, wenn einen das Universum vor eine echte Herausforderung stellt? Seit mein Leben im Juni in Sekunden komplett auf den Kopf gestellt wurde, beschäftigt mich mein neuer Weg.

Annehmen

Der erste Schritt war die Veränderung anzunehmen. Wir können nichts daran ändern, wenn ein geliebter Mensche aus unserem Leben gerissen wird. Wir können nichts daran ändern, wenn wir unseren Job verlieren. Wir können nichts daran ändern, wenn wir verlassen werden. Wir können nichts daran ändern, wenn eine Krankheit in unserem Lebensplan steht.

Ich habe meine Schicksal akzeptiert. Was soll ich auch tun? Ja, ich bin traurig und ja Sven fehlt mir jede Minute. Ändern kann ich es jedoch nicht. Alles flehen und betteln der ersten Wochen es möge nur eine Traum sein waren vergebens. Nun hilft es mir nicht zu jammern, mich hängen zu lassen oder in tiefes Grübeln zu verfallen. Erstens ist Schatz da strickt dagegen. Zweitens bin das nicht mehr ich. Drittens, wie beschissen lang soll sich das Leben denn dann anfühlen?

Geholfen hat mir die Begegnung mit Tanja Schlömer. Mit diesem Wissen ist für mich nun alles etwas leichter. Ich kann nur jeden empfehlen für seine persönliche Situation einen Weg zu suchen, der das Annehmen ermöglicht.

Sven’s Einstellung

Sven hat alles richtig gemacht, denn er hat gelebt. Nicht in der Vergangenheit und nur soweit es nötig ist in der Zukunft. Schlau. Genial. Was für ein Genie!

Verstehen kann ich es erst jetzt so richtig. Dankbar für seine Einstellung bin ich jeden Tag. Ohne diese hätten wir nie soviel erlebt und gemacht.

Er hatte auf etwas Bock? Nicht lange gefackelt und umgesetzt. Egal ob Business oder Hobby.

Als ich den Two Oceans Marathon ansprach war er Feuer und Flamme. Ich hätte ja gezögert. Sven nicht. Er hat mich damals ermutigt die nötigen sportliche Schritte zu planen und das Ziel stand. Das Leben ist kurz.

Menschen die viel jammern und nix ändern haben seinen Puls in die Höhe schnellen lassen. Recht hat er. Mit Klagen wird nix bessern. Anpacken. Komfortzone verlassen. Das Leben ist kurz.

Ich bin im e-Commerce tätig. Der Job ist nicht schlecht, aber auch nicht geil. Ich springe nicht motiviert morgens aus dem Bett und freue mich auf den Arbeitstag. Anpacken. Komfortzone verlassen. Das Leben ist kurz.

Die Suche nach den Weg

Wir hatten unsere Zukunftsplanung. Wir waren gerade dabei unseren beruflichen Traum in die Tat umzusetzen. Der Businessplan stand. Jeder hatte exakt die Aufgaben die auch seine Stärken waren. Klingt genial? Noch genialer: unsere Stärken haben sich perfekt ergänzt. Ab März nächsten Jahres sollte es losgehen. Wir haben uns darauf gefreut. Das Hobby zum Beruf machen. Ein Traum!

Nun steht zwar das Konzept im Raum. Doch es sind nur noch 50% der notwendigen Stärken da. Ich kann seinen Part auf keinen Fall ausgleichen. Würde mir keine Spaß machen. Fehlt mir auch das Know-how. Ein anderer Geschäftspartner? Auf keinen Fall. Unser Baby! Sven und Heike oder gar nicht. Also gar nicht.

Ich habe mir viele Gedanken gemacht. Viele Ideen notiert. Schließlich einfach mal meine Stärken aufgeschrieben und geschaut was ich damit anfangen kann. Was wollte ich schon immer machen? Was hat mich nie losgelassen? Was macht mir Spaß? Womit kann ich mich identifizieren?

Es hat sich ein erstes Gerüst gebildet. Erste Maßnahmen sind getroffen. Erste Veränderungen stehen an. Die ersten Ziele sind formuliert. Ob es klappt? Ich habe keine Ahnung. Doch wenn ich es nicht probiere werde ich es nie erfahren. Wenn ich es nicht probiere werde ich auch in Zukunft nicht fröhlich aus dem Bett springen und mich an die Arbeit stürzen.

Da die Arbeit jedoch einen Großteil des Lebens einnimmt möchte ich die Zeit nicht vergeuden. Das Leben ist kurz.

Worst Case

Was ist denn das Allerschlimmste was passieren kann?

  1. Ich scheitere an der Umsetzung und alles bleibt wie es ist.
  2. Ich scheitere nach der Umsetzung und muss mir neue Arbeit suchen.
  3. Es macht nach X Jahren keinen Spaß mehr. Dann hatte ich wenigsten X tolle Jahre.

Es geht doch immer irgendwie weiter. Ich bin überzeugt, wenn Du ins Handeln kommst und Deinen Traum leben willst wirst Du Unterstützung erfahren. Das Universum lässt Dich nicht hängen.

Blogausrichtung

Mit dem geänderten Leben ändert sich auch die Ausrichtung von Malahealth. Vom Laufblog über den Triathlon geht es jetzt in die nächste Entwicklung.

Da Sport ein ganz wichtiger Bestandteil meines Leben ist, bleibt das natürlich. Da ich in der Vergangenheit gemerkt habe, dass ich Menschen mit meinen Beiträgen motivieren kann, werde ich die Ausrichtung etwas anpassen. Meine Wettkampfberichte erspare ich euch jedoch nicht. Wenn ich mich schon quäle sollt ihr ja auch was davon haben!

Ernährung ist ein so wichtiges Thema und liegt seit Jahren in meinem Interesse. Ich hatte eine Ausbildung als Ernährungsberater begonnen. Konnte mich jedoch mit den klassischen Ausbildungsunterlagen nicht identifizieren. Nun habe ich das Thema für mich wieder aufgegriffen und hoffentlich etwas gefunden, was meinen Vorstellungen entspricht. Ganzheitlich ist mein Schlüsselwort. Den Normen der DGE möchte ich nicht blind vertrauen. Ich mag es hinterfragen. Ich mag es modern.

Lifestyle. Unter Lifestyle verstehe ich eine Art der Lebensführung. Unter dem Thema Lifestyle werde ich alle möglichen Gedanken zum Thema Lebensführung niederschreiben. In den letzten Wochen konnte ich erkennen, dass Menschen diese Themen dankbar annehmen.

Ich freue mich darauf etwas zu ändern. Freue mich darauf euch weiter hier zu begrüßen. Freue mich auf die neuen Leser. Freue mich darauf das Leben aktiv zu gestalten.

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. (Chinesisches Sprichwort)

 

 

 

 

Spiky – seine Welt zerbrach

Spiky – seine Welt zerbrach

Wer ist Spiky?

Spiky ist einer von Sven’s Hunden. Ein stattlicher 10-jähriger Weimaraner Rüde. Spiky ist wild. Spiky ist verfressen. Spiky ist charmant. Spiky ist tollpatschig. Spiky ist voller Angst.

Ich habe nach dem Unfall seine zwei Jungs bei mir aufgenommen. Nicht wenig Verantwortung und eine nicht unerhebliche Mehrbelastung in allen Bereichen, welche zum Glück teilweise sehr gut kompensiert werden konnte. Hier bin ich seiner Familie und meinen Eltern unendlich dankbar.

Die ersten Wochen waren unwirklich. Die Zwei (der andere Kerl heißt Balu und ist ein 11-jähriger Labrador) waren da, waren sie ja immer.Doch ist es ein Unterschied ob man sie Vollzeit betreut oder sie eben nur da sind. Erst vor kurzer Zeit konnte ich mich mehr auf die Hunde einlassen und musste auch hier ein großes Loch sehen was Sven hinterlassen hat.

Was ist anders?

Nun ich musste zunächst weniger Frauchen sein und mehr Hundetrainer (ja, eine Ausbildung mit Zertifizierung habe ich auch in der Tasche) bevor ich das Offensichtliche erkennen konnte.

Spiky’s Welt ist zusammengebrochen. Seine Welt war Sven.

Er tritt und strampelt im Schlaf wie ich es nie zuvor gesehen habe. Ja, er hat auch vorher schon mal etwas lebhafter geträumt, doch nun hört man ihn nachts durch zwei geschlossene Türen.

Er kommt nicht zur Ruhe, wenn ich unterwegs bin. Nein, er ist dann nicht alleine. Meinen Eltern ist es genauso wichtig wie mir, dass die Hunde gut aufgehoben sind und daher habe ich volle Unterstützung. Heißt wenn ich mal vor die Tür gehe ist die ganzen Bande wohl gehütet. Der Graue wimmert und sitzt wie eine Statue an der Tür. Er findet keine Ruhe. Bin ich da, ist die Welt in Ordnung. Er pennt relaxt. Inzwischen darf ich auch ohne ihn auf Toilette gehen…

Erst diese Nacht habe ich verstanden, warum Spiky mir die Nachtruhe raubt. Es vergehen nur wenige Nächte in denen er nicht raus möchte. Und wir reden nicht von einmal, sondern eher Richtung stündlich. Wie platt man da nach einiger Zeit ist könnt ihr euch sicher denken. Nachdem ich in den Gedanken schon meine Hände um seinen Hals gelegt hatte, als ich das dritte Mal bibbernd im Garten stand sah ich ihn an und verstand. Spiky holt mir nur aus dem Bett um mich zusehen. Er sucht einfach den menschlichen Kontakt.

Und nun?

Warum er nicht einfach bei mir schlafen kann? Nun ja, eine Nacht hatte ich es mal und bin mir einem riesen Schrecken hochgefahren, als er mit einem Strampler versucht hat die Inneneinrichtung zu spalten. Ich würde also nicht ruhiger schlafen nur weniger frieren…

Zum anderen ist der junge Mann verfressener als ich, will sagen, man wackelt mir der Zehe und er versteht: „Oh gleich gibt’s Futter.“ Ein hektisches hochspringen was das Hundebett zum Karussell werden lässt ist die Folge.

Nun hoffe ich ihm mit Bachblüten und gelockerten Regeln helfen zu können, zu verstehen das ich nie weggehen werde. Er darf kontrolliert Kontaktliegen auf der Couch, bekommt mehr positiven Zuspruch und ich lasse nachts die Türen angelehnt.

Falls jemand von euch noch gute Ideen für therapeutische Ansätze hat: Immer raus damit?

Des Menschen bester Freund

Es ist traurig und rührend zugleich wie treu sich die Vierbeiner an Menschen binden. Balu ist am Anfang öfter mit einem fröhlichen Gesicht ins Schlafzimmer gestürzt. Es war herzerweichend zusehen zu müssen wie er in sich zusammengesackt ist als er das leere Bett sah. Kein Sven der ihn mit „Na, mein Dicker“ begrüßte. Er hat es anders verkraftet und scheint jetzt meinen Vater mehr ins Herz geschlossen zu haben. Zumindest rennt er mir abends gern davon. ?

Spiky und Sven waren immer Dicke. Der fast vierzig Kilogramm Schoßhund ist an Grillabenden gern auf Sven’s Schoß geklettert. Auch beim Tierarzt hat er sich 100% auf sein großes Herrchen verlassen. Die zwei waren so sicher gebunden, dass Spiky nie Sorgen hatte, wenn Sveni mal weg war. Er war sich immer sicher, dass er wiederkommt.

Spiky mein Bengelchen, er wäre auch gern diesen Tag wiedergekommen und er wird auch immer bei Dir sein. Ich helfe Dir das zu überstehen und verspreche Dir: „Ich bin immer da!“