Sind (Neujahrs)vorsätze sinnvoll?

Das Wort Vorsatz definiert sich laut Wörterbuch: „etwas, was sich jemand bewusst, entschlossen vorgenommen hat; feste Absicht; fester Entschluss“

Der Januar ist bekannt für gute Vorsätze. Viele haben welche oder zumindestens einen.

Da stehen so Klassiker wie:

„Ich mache nächstes Jahr mehr Sport.“

„Ich ernähre mich gesünder.“

„Ich mache mir weniger Stress.“

„Ich möchte abnehmen.“

im Raum. Kommt Dir das irgendwie bekannt vor? Startest auch Du ein neues Jahr mit Vorsätzen? Oder hast Du die Jahre vielleicht früher so gestartet? So richtig funktioniert hat es nie und deswegen machst Du den Quatsch nicht mehr mit?

Auch ich hatte selbstverständlich früher gute Vorsätze für das neue Jahr. Am Ende des Jahres habe ich mich nochmal so richtig hängen lassen und die „Freiheit“ genossen, aber ab 01.01 sollte alles anders werden.

Hat für mich tatsächlich nie funktioniert. Naja ein paar Stunden vielleicht…

Das es vielen anderen auch so geht, wie mir früher, sehe ich im Schwimmbad oder im Gym. Anfang Januar ist es rappelvoll. Schlangen an den Geräten, volle Laufbänder und im Schwimmbad kann man vor Menschen fast über das Wasser gehen.

Mitte Februar ist schon deutlich mehr Platz. Im März ist praktisch alles beim Alten. Eine Handvoll neue Gesichter sind geblieben.

Inzwischen habe ich das Geheimnis meines Scheiterns enttarnt und ihm den Schrecken genommen, ja würde sagen ihm direkt in den Arsch getreten.

Meine Erkenntnis möchte ich gern mir Dir teilen. Auf das Du beim nächsten Mal als Sieger vom Platz gehst!

Vorsätze vs. Ziele

Nehmen wir doch als Beispiel den sehr klassischen Vorsatz „Ich ernähre mich gesünder.“ Das ist ein undefinierter Wunsch. Ein Vorhaben was nicht genauer beschrieben ist. Es gibt keine Deadline. Kein wie funktioniert es genau. Kein was soll ich tun. Kein warum möchte ich das überhaupt. Es ist einfach ein daher gesprochener Satz.

Was unterscheidet den Vorsatz nun von einem Ziel?
Als Ziel würde das ganze viel exakter sein, viel verbindlicher, viel leichter zu verfolgen. Quasi eine Art Kochrezept für den Erfolg.

Ab 01. Januar stelle ich meine Ernährung um. Ich möchte dabei ein paar Kilo verlieren, aber noch wichtiger ist mir mich gesünder und leistungsfähiger ja rundum wohler zu fühlen. Dies setze ich schrittweise um. Bis Weihnachten möchte ich so die passende gesunde Ernährung für mich gefunden haben.

Ich beginne damit nur noch stilles Wasser und ungesüßte Tees zu trinken. Außerdem kaufe ich keine Süßigkeiten mehr auf Vorrat. Im Januar werden Weißmehlprodukte gegen Vollkornvarianten eingetauscht.

Im Februar fange ich an jeden Tag Gemüse zu essen. Ich legen mir eine Sammlung von tollen Salat- sowie Rezepten für Gemüsegerichte zu. Auch einen Smoothiemaker für grüne Smoothies wird gekauft.

Ab März reduziere ich meinen Milchproduktekonsum. Ich werden vermehrt auf Hülsenfrüchte setzen und ab und an Soja in meinen Speiseplan aufnehmen. Wenn es Milchprodukte gibt, dann achte ich auf Rohmilchqualität aus Weidehaltung.

So könnte man zum Beispiel ein großes Ziel in kleinere Teilziele untergliedern. Man weiß genau was auf einen zukommt, wann es auf einen zukommt und ganz wichtig warum man es überhaupt möchte.

Wer schreibt, der bleibt

Irgendwie ein merkwürdiger Ausspruch. Doch da ist echt was dran!

Was man am 31.12. gedacht hat, ist am 30.01. schon recht verwaschen und am 04.07. hat man nur noch eine vage Erinnerung.

Bei kleineren Dingen folge ich dem Tipp manchmal selber nicht. In dem Moment wo ich es mir vornehme, eine Info lese oder ich etwas tue ist mir ganz klar, dass ich es mir auf jeden Fall merken werde.

Eine Woche später stehe ich vor dem Tiefkühlschrank und habe keinen Dunst mehr in welcher Dose das richtige Futter für meine Hündin ist. Fröhliches raten und suchen beginnt. Ich sage es euch da sehe ich Nala neben mir lachen. Jedes Mal!
Oder ich höre etwas Tolles in einem Podcast. Finde es absolut logisch und bin der Meinung, dass man sowas logisches unmöglich vergessen kann. Tage später suche ich dann angenervt die gehörten Podcast Folgen durch um die Stelle wieder zu finden….

Irgendwie hoffe ich gerade ich stehe damit nicht allein da, sondern Du kennst jemanden dem es auch so geht. 😉

Von 0 auf 100 und von 100 auf 0

Die ersten Tage der Vorsatzjagd ist man hochmotiviert. Ab ins Gym zum anmelden. Neue geile Trainingsklamotten kaufen. Sich einen fetzigen Trainingsplan erstellen lassen. Vor dem inneren Augen siehst Du Dich schon im Sommer. Die Badesachen sehen viel besser an Dir aus und Du stolzierst praktisch am Strand entlang. 

Du startest direkt mit dreimal Training die Woche. Isst nur noch Salat. Zählst eisern Deine Kalorien. Freust Dich in Woche zwei im Fitnessstudio schon erste Gesicher wieder zuerkennen und ihr grüßt euch mit erhobenen Kopf.

In der dritten Woche bist Du allerdings müde. Das ist alles ganz schon anstrengend. So erschöpft braucht man auch mehr Energie. Also gibt es nach dem Salat etwas Nachtisch. Und früh eben beim Bäcker so ein Happen für mehr Tagesenergie und zum wach werden. Und sowieso Du warst ja gestern im Gym, da geht das schon.

Puh dreimal die Woche Sport ist doch heftig. Du verpasst jetzt immer mal ein Treffen mit Freunden, was in Deiner Serie vor sich geht weißt Du auch nicht mehr so genau.

Etwas Ruhe tut Dir sicher gut, also geht es heute von Arbeit direkt mal auf die Couch. An so einem Ruhetag gönnst Du Dir mal was. Du hältst auf dem Heimweg beim Lieblingsitaliener und holst Dir diese super leckere Pizza. Ach wenn so ein gemütlicher Serienabend ansteht geht auch mal ein Eis. Das wird ein super Entspannungsabend und morgen geht es dann weiter!

Ehe Du Dich versiehst, bist Du ein passiver Sponsor des Fitnessstudios. Salat gibt es jetzt wieder deutlich seltener und die geilen neuen Trainingsklamotten rutschen im Kleiderschrank immer weiter nach unten.

Eine vollkommen typische von-0-auf-100-und-von-100-auf-0 Geschichte.

Das ganze Leben und viele Gewohnheiten von 0 auf 100 zu ändern ist meist der Anfang vom Ende. Es ist einfach too much, erfordert so abartig viel Disziplin, dass der Akku bald leer ist. Man fühlt sich wie ein Versager und versteht gar nicht warum das einfach nicht klappen will. Man gibt sich die Schuld und meint einfach nicht genug Disziplin zu haben.

Step by Step ohh Baby…

Stell Dir nun mal folgendes Szenario vor.

Du bist richtig hoch motiviert. Endlich ist der 1. Januar. Du willst ins Gym und loslegen mit trainieren. Du scharrst mit den Hufen shoppen zu gehen und dieses neue hammer Trainingsoutfit zu kaufen. Du freust Dich wie Bolle auf den Sommer, denn dieses Jahr bist Du richtig happy mit Deiner Strandfigur.

Letztes Jahr bist Du es falsch angegangen. Alles auf einmal war Bullshit. Du bist wieder da und Du hast einen Plan!

Du zügelst also dieses Jahr die ganze Motivation und setzt es langsam um. Du hast Dir bereits Deine Teilziele bis Juli aufgeschrieben. Boar wie Du Bock hast das Ding zu rocken.

Nach etwas Recherche bestellst Du Dir die neuesten und schicksten Hightech Trainingsklamotten. Die Lieferung kannst Du kaum erwarten.

Diesmal geht es gemächlicher los, das ist gar nicht so einfach. Du sprühst vor Energie, die ganze Zeit das erreichte Ziel vor Augen. Erstmal ein Training die Woche. Langsam reinfinden und es in die Freizeit integrieren. Du parkst nun freiwillig viel weiter weg vom Büro und läufst ein paar Schritte mehr. Es gibt täglich etwas Grünes zum essen. Mal einen kleineren Salat mal einen Smoothie. Da passt dann gar nicht mehr so viel von dem Rest rein. Super!

Ende Januar gehört die Stunde Fitnessstudio schon fest zur Wochenplanung und wenn es mal nichts Frisches zu essen gibt vermisst Du es direkt. Das macht Spaß! Irgendwie sieht der Bauch auch schon etwas fester aus. Yeah!

Im Februar beschließt Du dem Sport noch mehr Raum zu geben. Du sprichst mit einem Fitnesstrainer. Der erstellt Dir ein Workout das genau zu Dir passt und so richtig krass Spaß macht. Weil die schon etwas lockerer sitzende Hose so motiviert, beschließt Du nun den Süßigkeiten auf die Pelle zu rücken. Es wird nicht mehr auf Vorrat gekauft, sondern nur noch, wenn Du einen richtige Jieper hast.

Und so ziehst Du die Monate gnadenlos durch. Machst einen Schritt nach dem anderen. Gibst jeder Veränderung Zeit eine waschechte Gewohnheit zu werden. Erst wenn eine Veränderung nicht mehr Anstrengend ist geht es weiter mit der Nächsten.

Das läuft wie Sau! Inzwischen ist die lockere Hose dauerhaft im Schrank verschwunden, die sieht einfach nur noch schlackrig an Dir aus. Im Büro nimmst Du die Treppe und bist lächelnd vor dem Fahrstuhl da. Deine Kollegen und Freunde schauen etwas neidig auf Deine Fortschritte. Du genießt das natürlich in vollen Zügen! Verdammt, warum hast Du das nicht letztes Jahr schon schon gemacht?

Kurz & Knapp

  • Schreibe Dir Deine Ziele zunächst auf
  • Unterteile die Ziele in kleinere, recht schnell erreichbare Unterziele
  • lege Belohnungen für das Erreichen fest (ins Kino gehen, eine Massage…)
  • setze einen Termin für die Teilziele und natürlich für das große Ziel an
  • falls ein Ziel mal nicht zum gewünschten Zeitpunkt erreicht ist: That’s life! Korrigiere den Plan einfach.
  • Träume Dich regelmäßig in Dein Ziel herein. Wie wird es sich anfühlen, wenn Du den letzten großen Haken machen kannst?
  • Suche Dir Unterstützung, wenn Du den Alleingang scheust
  • Lege direkt los!

Du bist nicht allein!

Wenn Du Bock hast Deine eigene Erfolgsstory zu schreiben aber nicht allein daran arbeiten möchtest such Dir Verbündete.

Vielleicht kannst Du einen Freund oder eine Freundin mit auf die Reise nehmen?

Vielleicht findest Du in der städtischen Facebook Gruppe Mitstreiter oder in der Facebook Gruppe Deines zukünftigen Fitnessstudios.

Suche Dir einen Personal Trainer der Dich unterstützt.

Und wenn das alles nicht das richtig ist, dann bin ich ja noch da. 🙂

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