Wie Du schlechten Tagen richtig in den Arsch trittst

Scheiße, scheiße, scheiße…. Ein Fahrrad fehlt. Hektisches Bremsen…

Kennst Du diese Tage wo früh etwas schief geht und sich das Ganze, wie ein roter Faden durch den Tag zieht?

B-Tage – gebrauchte Tage – schlechte Tage – Arschlochtage oder wie auch immer Du diese nennen möchtest.

Meine Behauptung:

Solche Tage gibt es nicht!

Frech? Arrogant? Klugscheißer?

Ein bisschen frech bin ich gern, mehr nicht.

Natürlich kenne ich solche Tage. Ja, früher gab es diese auch in meinem Leben. Seit ein paar Jahren habe ich sie einfach deinstalliert. Kein Bock mehr!

Na gut, einfach war es nicht. Gelohnt hat es sich auf alle Fälle!

Die Zutaten meines schlechten Tag – früher

Ein schlechter Tag entsteht durch Deine Gedanken. Du bist der Regisseur.

Als ich die Aussage vor die Füße geworfen bekam war ich sauer. „So ein Bullshit, was kann ich denn dafür?!“

Es ist Sonntag früh um 9:30 Uhr. In 30 Minuten wollte ich im Auto sitzen, dass Mountainbike auf das Heck geschnallt und bei Traumwetter eine Tour in bergigeren Gefilden drehen.

Das schaffe ich nie!

Müde bin ich auch noch.

Das Fahrrad habe ich auch noch nicht vorbereitet.

Mist! Der Tag fängt ja gut an.

Mit einer Stunde Verspätung sitze ich im Wagen und rolle Richtung Saale-Unstrut. Die Wolken versperren die Sicht auf die Sonne und den blauen Himmel. Hoffentlich verpissen die sich noch!

Ein Blick in den Rückspiegel lässt mein Herz stillstehen. Wo ist das Bike?

Scheiße… Scheiße…Scheiße…

So schnell es geht halte ich an. Das fehlt heute noch. So ein Kacktag!

Ich steige aus. Mein armes Mountainbike hängt in den Seilen und schleift dem Auto hinterher. Der Lenker ist nun etwas kürzer als vorher. Ich möchte kotzen!

Alles wieder montieren, fluchen und weiter geht’s. Immer in Gedanken, was ich wohl falsch gemacht haben könnte. Die Laune ist im Keller.

Später auf dem Bike drehen sich die Gedanken. Ich ärgere mich noch über den verkorksten Vormittag. Es ist einfach nicht mein Tag!

Ich rolle durch den Wald und komme an einen echt schmalen Weg.

Schmal heißt, es passen zwei Reifenbreiten nebeneinander. Nix neben Bike stehen. Wäre ok, wenn es nicht rechts einige Meter steil Bergab in einen Fluß gehen würde und wenn der Weg nicht so schräg wäre, dass mein Rad schon im Stehen rutscht.

Das geht mir auf den Sa…! Ich hangele und klettere mit meinem MTB an der steilen Böschung entlang. Man wie das nervt… Der Tag ist echt Mist!

Du siehst schon was einen schlechten Tag ausmacht. Alles geht irgendwie schief!

Wie ich den (nicht mehr vorhandenen) schlechten Tag heute angehe

Der Tag lief wirklich so ab, doch mit meinem heutigen Mindset liest er sich ganz anders.

Es ist Sonntag früh. Ich schaue auf die Uhr. Huch, schon 9:30 Uhr, geplant war es 10 Uhr mit Rad und bestem Wetter Richtung Saale Unstrut zu fahren.

Nun gut, dann habe ich den Schlaf wohl dringend gebraucht. Draußen ist der Himmel grau, aber es ist trocken. Super!

Kurzerhand suche ich beim Frühstück eine etwas kürzere Strecke raus, man muss sich ja nicht sinnlos streßen.

Gegen elf sitze ich schließlich mit bester Laune und dem Bike auf dem Heckträger im Wagen und rolle los.

Unterwegs lichten sich schon etwas Wolken. Sicher kommt gleich die Sonne durch. Ich liebe es!

Kann es kaum erwarten auf meinen Mountainbike zu sitzen.

Dann der Blick in den Rückspiegel. Scheiße…Scheiße…Scheiße. Mein Rad ist weg!

Ich halte an und springe aus dem Wagen. Mir fällt ein Stein vom Herzen als ich mein geliebtes Spectral (ja, Fahrräder haben bei mir Namen) sehe. Das arme Ding hängt in den Seilen und schliff hinter dem Auto her. Zum Glück nur ganz kurz und die Halterung der Reifen haben es gut festgehalten.

Ich montiere es wieder, kontrolliere es drölfzig Mal um sicher zu gehen. Nur der Lenker ist etwas abgeschliffen.

Das nenne ich Glück im Unglück!

Ich überlege was schief gegangen sein könnte. Bin mir soo sicher, alles ordentlich verschlossen zu haben.

Am Startpunkt angekommen, schaue ich eben, ob noch was kaputt ist. Ich bin erleichtert, wirklich nur Griff und Lenker. Und das Beste: ich kann heute die Radrunde fahren!

Ein paar Mal tief durchgeatmet steige ich voller Freude aufs Bike und rolle los. Ein Traum! Blauer Himmel, was um die 22 Grad und eine großartige Landschaft.

Dann sehe ich den Weg vor mir, oder wie auch immer man dieses schmale, schräge etwas bezeichnen will. Ein Trampelpfad ist komfortabel dagegen.

Es waren wahrscheinlich um die 30 Minuten die ich mein Rad rutschend, schlitternd und tragend an dem Hand entlang balancierte. Diese Kleinigkeit stand nicht in der Streckenbeschreibung.

Als ich wieder festen Boden unter den Füßen habe stehe ich am Ufer des Flusses. Das Wasser rauscht und glitzert, die Sonne strahlt durch die Blätter. Verdammt ist das schön hier! Ohne den, zugegeben nervigen, Balanceakt hätte ich die Stelle nicht gesehen.

Achtsamkeit und Mindset – mein Gamechanger

Früher war ich im negativen Strudel gefangen. Konnte oft nur das Hässliche sehen. Habe es nicht geschafft der Stimme in meinem Kopf ein gepflegtes „Fresse!“ zu entgegnen.

Du glaubst nicht wie viel Erleichterung und Lebensqualität es mir gebracht hat, diese Eigenschaften zu lernen.

Mit dem Fokus auf den Augenblick sind die Schreckmomente der Vergangenheit, egal wie lange oder kurz diese zurückliegen, ruckzuck verblasst.

Mit verschiedenen Achtsamkeitsübungen kann ich der negativen Heulsuse in meinem Kopf den Ton abstellen. Soll die sich doch allein den Tag versauen!

Beispiel?

Das Abkippen des Rads vom Heckträger.

Früher: „So ein Dreck. Zu blöd das Fahrrad ordentlich festzumachen. Jetzt ist es kaputt. Sinnlos Geld aus dem Fenster geworfen. Schimpfwort. Schimpfwort.“ Gefolgt von endlos schlechter Laune, weil es mich die ganze Zeit in Gedanken begleitet.

Heute: „Was ein Glück, das Rad ist nicht ganz runtergefallen. Mhh Lenker kaputt, wie blöd. Doch der Rest hat nix abbekommen. Ob es die langweiligen schwarzen Griffe auch in Orange gibt? Muss ich dann gleich schauen. Was habe ich falsch gemacht, dass das Radl nicht gehalten hat. Beim nächsten Mal schaue ich ganz genau hin.“ Gefolgt von einem vorsichtigen Blick in den Rückspiegel und die Gedanken bei farbigen Griffen.

Welches Szenario macht wohl mehr Sinn für den Tag und Dein Leben?

Dieser Weg wird kein leichter sein…

Ich habe mich nur kurz mit dem Thema Achtsamkeit und positives Denken beschäftigt und innerhalb von Stunden war mein Mindset umgestellt.

Bullshit! Wenn Du denkst es ist total einfach und geht schnell bist Du auf dem Holzweg.

Ich kann Dir gar nicht mehr sagen, wann alles begann, aber es ist locker 3-4 Jahre her. Das Schicksal hat mich mit einem Crashkurs in Sachen Scheißebewältigung unterstützt. Ich wünsche Dir den Weg ohne!

Es lohnt sich Gedankenmuster zu hinterfragen und an diesen zu arbeiten. Du bekommst viel mehr Lebensqualität und glückliche Momente.

Dafür leben wir doch, oder?


Einen Buchtipp habe ich auch für Dich: Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen: Anregung zu Achtsamkeit  – Das Buch hat mich ordentlich zum nachdenken gebracht.

Eine Podcast Empfehlung: Hopy, Holy and Confident von Laura Malina Seiler – ein Klassiker 🙂

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